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junges Mädchen im roten Licht – gefunden bei pixabay

Erinnere mich noch gut an die 80iger Jahre , in denen die Diskussion um das Prostituiertenmilleu entbrannte. Da gab es die Domenika in Hamburg, die Strassenarbeit auf dem Kiez machte und Frauen betreute….und sie betreute sie gut, denn sie kannte sich gut aus in der Szenerie.

Auch ich gehörte damals zu denjenigen, die meinten, dass es Prostitution schon immer gegeben habe, und deshalb die Frauen einen anderen, beruflichen Stellenwert bekommen müssten, anstatt von der Gesellschaft in eine schmutzige Ecke gestellt zu werden. Besonders witzig waren dann die spirituellen Erklärungen, die aussagten, das ja auch in alten Kulturen es die Devadasis Frauen im Tempel waren, die hochverehrt wurden und teilweise seherische Fähigkeiten hatten.

Heute schaut das Leben der Devadasis SO aus !

Zudem kenne ich einige Frauen, die sich während des Studiums damit ihr Geld verdient haben, als auch Frauen die eine ausgeprägte Sexualität in diese Richtung hin haben / hatten. Wobei bei Letzterem, sich nach langen Gesprächen herauskristallisierte, dass da etliche tiefe Traumata vorhanden waren und das Hineingehen in dieses Extrem der Sexualität, nur ein Ventil war um an die Thematik heranzukommen. Zudem unterstützen viele Frauen aus fremden Ländern ihre Familien zuhause mit ihren Einnahmen.

Wenn man schaut, wieviele Frauen aus Krisenländern mittlerweile zwangsprostituiert in unserem Lande dahinvegetieren, dann bleibt nichts von der Hochglanzprostituierten, die damals hochstilisiert wurde, den Edelhuren die sich ihre Freier aussuchen dürfen. Und selbst die beklagen immer mehr eine zunehmende Brutalität der Freier.

Prostitution kann auch anders aussehen, verschleiert……durch eine Kollegin aus der Ukraine konnte ich erfahren, welche Mechanismen dort vorhanden waren. Sie war eine fleissige junge Frau und praktizierte ihr FSJ ( freiwilliges soziales Jahr) bei uns. Irgendwann kamen wir ins Gespräch über die Tatsache, dass sie gerne studieren würde und wie man dafür Geld verdienen kann, denn da gibt es keinen Bafög, der sie finanziert.

Sie erzählte mir, dass viele Frauen aus ihrem Lande sich ganz bewusst und geplant einen deutschen Mann suchen würden, sich schwängern liessen, dann heiraten und nach ca. 3 Jahren haben sie die deutsche Staatsbürgerschaft und können nicht mehr ausgewiesen werden. Dann lassen sie sich scheiden, bekommen Unterhalt für sich und das Kind und haben zumindest ein sicheres Auskommen. Die andere Variante wäre auf den Strich zu gehen…..viel mehr Auswahl gäbe es da nicht.

Möchte damit aufzeigen WIE verzwickt manchmal die Konstellationen sind, damit Frauen sich darin verwickeln. Nur ist die Frage eine andere……mit einem bedingungslosen Grundeinkommen für jeden Menschen, wäre dieses Ausbeuter und Versklavungsprinzip nicht möglich.

Kaum eine Prostituierte geht wirklich FREIwillig dem Sexgeschäft nach, bei allen gibt es unausweichliche Gründe, weshalb sie dabei sind. Es ist nichts Verwerfliches daran, aber auch nichts Lustiges oder etwas was man Schönreden kann.

Und ich freue mich wirklich über jeden Freier, der wertschätzend mit diesen Frauen umgeht, ihnen ein klein bissl gibt von dem, wonach sie ganz laut rufen…..

 ❤ ❤ ❤ ❤  LIEBE  ❤ ❤ ❤ ❤

und vielleicht ihnen auch ein bissl Lustgefühl zurückgeben kann…..

Es gibt eine Frau, die immer noch in dem Tenor von damals festsitzt, sozusagen eine Vorführungsfrau der Prostitutionslobby, die mittlerweile nicht mehr in dem Gewerbe drin ist, sondern „coaching“ Arbeit für das Sexualmilleu anbietet.

Damit ist sie weit genug weg von Allem und verliert leider auch den Überblick, sie nennt ihr Institut „highLights Agentur“ anstatt es ganz klar und offen als ROTLICHT Agentur zu benennen, die Stephanie Klee 

Auch wenn die Zeitschrift EMMA nicht zu meinen favorisierten Zeitschriften gehört, möchte ich diesen Artikel gerne weiterreichen, denn diese Aussteigerin aus dem Milleu weiss wovon sie redet.

Huschke Mau’s offener Brief in der EMMA

Ich möchte noch anmerken, der Zweite nach dem Zuhälter, der die Hand offenhält, ist der Staat, und der kann da ganz penetrant sein……bei Frauen die ohne Zuhälter auskommen, ist er dann die Nummer EINS und sahnt auch als Nummer eins ab, und nicht wenig ! Und es ist ihnen egal ob und wie sich die Frauen das Geld beschaffen, denn mit der „Professionalisierung“ des Gewerbes hat man die Vorraussetzungen wie mit allen Selbstständigkeiten gemacht, es zählt immer das was man das Jahr zuvor eingenommen hatte, muss Vorsteuer bezahlen wie bei anderen Berufen.

Und wenn ich es nicht kann, wegen Gesundheit, psychischer Belastung, Verpflichtung den Kindern gegenüber, dann kann es bis zum privaten Offenbarungseid gehen.

In meiner Tätigkeit als Pflegekraft bin ich oft mit den nicht so gut behandelten Huren zusammengekommen, und ich kann nur sagen es graust mich jetzt noch ihre Worte zu hören, ihre Beschreibungen, die mit ziemlich distanziertem Tonfall gesprochen wurden.

So, und nun reicht es mit dem Thema, es macht mich wüted….