linde-62984_640
alte Dorflinde in Haselbach – gefunden bei Pixabay

Wer weiss noch wie ein alter Kachelofen ausschaute, Küchenherd oder ein alter Hausbackofen draussen hinter dem Haus, um Brot zu backen. Wer diesen nicht hatte, meldete sich zuvor beim Bäcker an, bereitete Kuchen oder Brot zuhause vor und brachte es zum Backen in die Backstube, gegen ein geringes Entgelt.

Es war zudem ein beliebter Treffpunkt um sich auszutauschen über die neuesten Geschehnisse im Dorf und Nachbardorf. Ja, man könnte es manchmal auch Tratschen nennen, auch das gehörte dazu….

 

 

Dort in der Backstube war es ganz gemütlich, denn es sassen die Frauen und Kinder auf der schmalen Holzbank an der Wand, tranken Muckefuck, der allseits beliebte Getreidekaffee und bekamen vom Bäcker umsonst dazu die Rinden vom Butter, Streusel oder Schmandkuchen ( die es damals noch gab ).

 

Wer weiss noch, dass es früher kein Wasser gab in jedem Haushalt, dass nur der Wasser hatte, der zuvor einen Brunnen sich gebaut hatte. Wer keinen Brunnen hatte ging zum Dorfbrunnen, wo Trinkwasser frei zugänglich war für die Menschen. Wasser, besonders Trinkwasser ist Allgemeingut und sollte für jedes Lebewesen verfügbar sein in gesunder Qualität. Auch der Brunnen war ein beliebter Treffpunkt, der nicht nur zum Wasserholen, sondern auch für Kommunikation gedacht war.

 

 

Wer weiss noch, dass ein gutes, scharfes Messer viele moderne Haushaltsgeräte der heutigen Zeit ersetzen kann. Kennt ihr noch den Scherenschleifer, der durchs Dorf fuhr mit seinem Wägelchen und seine Dienste anbot. Ich kann mich entsinnen, dass meine Oma ein Lieblingsmesser aus Solingen hatte, Es war ein kleines Messerchen für Kartoffelschälen, aber auch für Obst und andere Feinschnitte war es bestens geeignet. Oma schliff es regelmässig an einer Untertasse an, die einen rauhen Abstellrand hatte. Geht übrigens auch heute noch prima, wenn man ein Messer mit Eisenschneide hat 😉 Einmal im Jahr kam der Scherenschleifer und dann wurde alles an Schneidewerkzeugen geschliffen. Alle Scheren und Messer lagen bereit, denn der Herr Scherenschleifer hatte schon einige Tage zuvor bekanntgegeben, dass er an diesem Tag vor Ort sein würde.

 

 

Wer kennt denn noch den Svhuhmacher im Ort, bei dem man seine Schuhe fertigen lassen konnte, die dann regelmässig weiter gepflegt und ausgebessert wurden, damit sie möglichst lange ihre Dienste taten. Mein Opa hatte sich dieses Handwerk abgeguckt von einem Freund der Schuhmacher war. Ich kann mich entsinnen , dass im Anbau hinter der Veranda, Opa’s Werkstatt war, in der es herrlich nach Leder, Schmieröl und Eisen roch…..dort war direkt neben der Werkbank, das Werkzeug für die Schuhmacherei angebracht. Die Mutti erzählte uns mal, dass der Opa wunderschöne Damenschuhe mit einem kleinen Absatz geschaffen hatte, sogar mit Verzierungen drauf, damit sie zur nächsten Kirmes gute Schuhe zum Tanzen hatte, die auch noch schick aussahen.

Bis heute pflege ich meine Schuhe ( muss gestehen ich habe einen Schuhtick 🙂  ), besitze teilweise noch Schuhe, die ich vor 20 Jahren mir schon gekauft hatte.

 

 

In diesem Sinne wünsche ich Euch allen einen schönen Sonntag und vielleicht lasst ihr Euch inspirieren wieder ein bisserl mehr in Richtung Gemeinschaftskommunikation und Einfachheit zu gehen.

Viel Freude bei dem Erinnern an alte Handwerksberufe.