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verlassene Klinik – gefunden bei pixabay

Wenn ich nicht genau wüsste, wie die Situation vor Ort ist, dann könnte ich jetzt milde lächeln über diesen Bericht.

Mitnichten ist es das….

Schon jetzt ist es schwierig einen zeitnahen Termin bei einem Augenarzt oder Dermatologen zu bekommen, geschweige denn einen Kinderarzt. Bei operativen Eingriffen schaut es noch schlechter aus, Wartezeiten bis zu einem halben oder dreiviertel Jahr sind keine Seltenheit, sondern der Normalfall, nur bei Selbstzahlern geht’s natürlich schneller 😉  zudem liegen die Kliniken so weit entfernt, dass es für viele Angehörige extrem schwierig ist sie besuchen zu können.  Ich weiss aber, wie wichtig gerade solch Besuche für einen Heilungsprozess sind, insbesondere bei alten und pflegebedürftigen Menschen, aber auch bei heranwachsenden Kindern.

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viele Geburten – viele Babyschuhe / Fundstück bei pixabay

Freie Hebammen sind eh Mangelware geworden durch die Versicherungsaktion der Krankenkassen  ( vermutlich initiiert von den Lobbyisten der Ärzteriegen im Hintergrund ).  Schon jetzt sind Geburtshilfestationen dermassen überlastet, das Personal am Ende, die Gebärenden oft ohne Betreuung, da zu viele Schwangere „abgearbeitet“ werden müssen. In einem Nachtdienst können da schon mal bis zu 10 Kaiserschnitte drin sein, neben komplikationslos ablaufenden Geburten.,  Die Zahl der Hebammen und Pflegekräfte wurde natürlich nicht weiter aufgestockt, wie denn auch, es will ja sowieso keiner mehr sich zur Pflegefachkraft ausbilden lassen…..

Nur durch permanente Anstrengung Pflegekräfte aus dem Ausland, vorwiegend den Balkanländern, abzuwerben, konnte man bisher einem gravierenden Notstand entgehen……aber kein Grund zum Jubeln, es bleibt weiterhin knapp.

Die Ausbildungsreform der Pflegeausbildung trägt zudem zu einer künstlich erzeugten Knappheit bei. Neuerdings dürfen nämlich frisch ausgebildete Pflegekräfte zum Studium für die höhere „Laufbahn“ zugelassen werden, mit anderen Worten, hinein ins Management, hinein in die Lehrtätigkeit, hinein ins Klinikwirtschaftsleben. Schon jetzt sehe ich massenhaft junge Studierende, die kaum Berufserfahrung haben, aber sich auf Gebieten betätigen, wo ihnen jegliche grosse Übersicht auf Grund der mangelnden Erfahrungswerte fehlen. Fatal für die Pflege, gut für die Betreiber der Kliniken, denn solche Mitarbeiter lassen sich besser führen.

Ausbildung in früheren Jahren sah so aus: Nach abgeschlossener Ausbildung mindestens 6 Jahre Arbeitspraxis, 2 Jahre davon Stations oder Bereichsleitung, dann Zulassung zur Pflegeakademie für eine Weiterbildung in oben genannten Bereichen. Dann wieder Praxis in einer Klinik oder Heim, bevor Aufstieg zum grossen Management. All das wird jetzt umgangen und was wirklich richtig schiete ist, die nun auf den Markt geworfenen Studienabgänger bekommen keinen Arbeitsplatz, denn der müsste ja auch adäquat dann bezahlt werden……das will aber keine Klinikverwaltung, somit erschafft man eine Art Zwischenstation mit wohlklingendem Namen, oder aber man konzipiert es so um, dass sie die Tätigkeit ausüben, die bisher die Stationsleitungen geleistet haben. Dann haben wir zukünftig Leitungen an diesen Schnittstellen sitzen, die alles andere als „Führungskräfte“ sind, denn ihnen fehlt in den meisten Fällen die sozialen Grundlagen dafür, können sich gar nicht mehr in eine herangewachsene Teamstruktur einfinden, sondern können nur ihre vorgefertigten und antrainierten Fallbeispiele einbringen. Ich bin verdammt froh nur noch ein paar wenige Jahre in diesem Berufsfeld arbeiten zu müssen.

Doch nun zu den Kliniken nochmal.

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Hubschrauber Notarzt – pixabay Fundstück

Ich habe diverse Gesundheitsreformen im Laufe der letzten 42 Jahre mitbekommen, konnte zuschauen wie stetig der Standard auf den Stationen dezimiert wurde, dafür eine Hochleistungsmedizin der Maximalversorgung stattgefunden hat, die jenseits alles Notwendigen ist. Gerätemedizin, so nenne ich sie mal, steht weit über der Betreuung am Krankenbett. Schön wenn der OP, der Kreißsaal, die Intensivstationen und Endoskopien ausgelastet sind. Spiegelungen werden gern durchgeführt, mit Kurznarkose wird es dann noch profitabler für den Durchführenden…….ob das immer alles so notwendig ist, wage ich zu bezweiflen, wie ich erst gestern durch einen akuten Fall einer guten Freundin erfahren musste. Das bedeutet jedoch nicht, dass ich die Notfallversorgung in Frage stelle…..aber bittschön, dann hinterher die dafür notwendige adäquate, menschliche Versorgung,

Sie hatte sich bei der Gartenarbeit wohl ein wenig überansprucht und hatte nun so merkwürdige Schmerzen im Oberkörperbereich. Da sie von den Gefässen keine so gute Disposition hat, liess sie sich vorsichtshalber in die Klinik einweisen zum Durchschauen der Parameter. Schon gleich zu Beginn redete man vom Herzkatheter, ohne überhaupt irgendeine andere Diagnostik auf den Weg gebracht zu haben. Sie liess sich nicht darauf ein, bestand darauf erst einmal die übliche Diagnostik zu absolvieren. Gesagt getan es folgten die komplette kardiologische Diagnostik, die sogar ganz gut war. Selbst ihre Triglyceride, noch ein Jahr zuvor im horrend hohen Bereich, waren durch ein naturheilkundliches Mittel in einen annehmbaren Status zurückgegangen. Das hat sie ihnen natürlich nicht gesagt, da wäre sie nur müde belächelt worden.

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Herzkatheter – gefunden bei pixabay

Doch jetzt kommen wir zum Abschlussgespräch. Tatsächlich waren ALLE Befunde ohne Beanstandung gewesen und dennoch redete er immer noch von einem Herzkatheter. Auf ihre Rückfragen warum, antwortete er, dass man nur damit absolute Sicherheit über ihren Gefässzustand bekommen könnte…..sie bedankte sich für diese Auskunft und verliess die Klinik. Nun hat sie im Arztbrief die Verweise drin stehen, bei diversen Punkten steht dann „Patient hat abgelehnt“ oder „Patient verweigerte Diagnostik“. Der Grund weshalb sie verweigerte, eine Disposition zu einem Gefäßspasmus, der wurde nirgendwo als erschwerender Faktor mit eingebracht.

So hat es etwas von “ SETZEN SCHÖLER, fünf !!!!“

Nun gut, eigentlich wollte ich ja die neuerlichen Schändlichkeitabsichten des deutschen Gesundheitswesens auf Grund eines Artikels präsentieren, hat sich irgendwie verselbstständigt 😉

Aber den Artikel möchte ich euch nicht unterschlagen, auch wenn er schon vom letzten Jahr ist, so ist er immer noch aktuell, man arbeitet weiter dran…..er zeigt auf wie Gesundheitsministerium und der Charitèstiftungsratsvorsitzender Detlev Ganten ein gemeinsames Ziel verfolgen….

Berufsverbot für Menschenfeinde – aus dem Blog „der BRD Schwindel“ vom November 2016