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Medizin-Pillen-Geld / Fundstück bei Pixabay

Nun, es begab sich zu der Zeit,  da lief mir folgender Artikel über den Weg…..

Es war nur ein Ausschnitt gewesen, der von jemanden gelb gemarkert war. Dieser Ausschnitt hatte es jedoch in sich, denn er sagt die Wahrheit, das was unser Gesundheitswesen wirklich ausmacht.

Da ich aber ungern etwas bringe, von dem ich nicht genau weiss, ob es im Original ebenso ausschaut, fragte ich in die Runde, ob man vielleicht dazu den passenden link hätte, der aussagekräftiger ist.

Voilà, hier isser nun…..

 

Aber zuvor möchte ich Euch auf den Abschnitt hinweisen, der meine Neugierde geweckt hat.

11. Der Wettbewerb zwingt zur Erschließung neuer Märkte. Das Ziel muss die Umwandlung aller Gesunden in Kranke sein, also in Menschen, die sich möglichst lebenslang sowohl chemisch-physikalisch als auch psychisch für von Experten therapeutisch, rehabilitativ und präventiv manipulierungsbedürftig halten, um „gesund leben“ zu können. Das gelingt im Bereich der körperlichen Erkrankungen schon recht gut, im Bereich der psychischen Störungen aber noch besser, zumal es keinen Mangel an Theorien gibt, nach denen fast alle Menschen nicht gesund sind. Fragwürdig ist die analoge Übertragung des Krankheitsbegriffs vom Körperlichen auf das Psychische. Einige Beispiele:
a) Das Sinnesorgan Angst, zuständig für die Signalisierung noch unklarer Bedrohungen, ist zwar unangenehm, jedoch vital notwendig und daher kerngesund; nur am falschen Umgang mit Angst (zum Beispiel Abwehr, Verdrängung) kann man erkranken. In den 70er- und 80er-Jahren jedoch hat man die Angst als Marktnische erkannt und etliche neue, selbstständige Krankheitseinheiten konstruiert – mit vielen wunderbaren Heilungsmöglichkeiten für die dafür dankbaren Patienten.
b) Seit den 90er-Jahren ist die Depression weltweit als unzureichend vermarktet erkannt. Eine Art Rasterfahndung nach unentdeckten Depressiven, wovon immer einige Menschen real profitieren, die meisten jedoch durch zusätzliche Etikettierung in ihrer Vitalität Schaden nehmen, hat zum Beispiel in den USA dazu geführt, dass sich von 1987 bis 1997 die Zahl der wegen Depression Behandelten von 1,7 auf 6,3 Millionen fast vervierfacht hat; entscheidend dafür war die suggestive Aufklärungskampagne und aggressive Werbung für Antidepressiva.

Der Artikel stammt aus dem Ärzteblatt PP1, Ausgabe Oktober 2002, ist zwar schon etwas älter, aber nicht weniger aktuell…..ich vermute mal, die Situation wird sich nicht verbessert haben, sondern eher noch verschlechtert.

Ärzteblatt – über das Gesundheitssystem in der Fortschrittsfalle

Mein Dank gilt dem Mediziner, der die Situation so klar und kritisch offengelegt hat. Ich sehe es ähnlich.

Mein Dank auch demjenigen im Forum, der danach gesucht und gefunden hat 🙂