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Dankbarkeitsgeste und Lächeln – gefunden bei Pixabay

Wie ihr alle wisst ist momentan eine Zeit, in der viel auf Ausländer geschimpft wird, und das in allen Varianten.

Leider lassen wir uns schnell hinreissen ins selbige Horn zu tuten und vermasseln uns damit Begegnungen, die einfach anders sind, da auch die Menschen denen man begegnet anders sind.

Von diesen zwei Begegnungen möchte ich gerne berichten.

Das Erste war eine Mutter mit ihrem ziemlich agilen Kind, so ca. 2 Jahre schätz ich mal. Raus aus dem Kinderwagen, rein in den Kinderwagen, auf einen der Klappsitze setzen in der U Bahn, wieder runter davon, rumlaufen wollen usw. usw……Mütter unter Euch kennen das zur Genüge. Das Kind liess sich nicht zur Ruhe bringen obwohl die Mutter sich grosse Mühe gab.

Neben den Beiden sass eine Russin, die sich das eine Zeit anschaute und dann sich zu dem Kind runterbeugte und zu ihm mit leiser Stimme ganz eindrucksvoll russisch sprach.

Das Kind stutzte, hörte zu, guckte sie an, lächelte und fing verschämt an sich an Mama zu kuscheln. Die Frau redete weiter und wieder, still, aufmerksames Zuhören des Kleinen und Lächeln…..das Ganze geschah dreimal und als sie dann rausging, wollte der Kleine hinterher und rief immer tschüss, tschüss…..und winkte ihr noch lange zu.

Dann setzte sich eine ältere schwarze Frau neben Mutter und Kind. Der Kleene, wieder ganz erstaunt, fasste sie am Am und redete in einer fremden Sprache auf sie ein…..ich glaube Kind und Mama sind Finnen gewesen. Die ältere Frau lächelte, der Kleene lächelte, Mama lächelte und ich auch 😀

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Rosen aus dem Palmengarten – von mir aufgenommen

Die zweite Begegnung war noch intensiver.

Ich stehe auf dem U Bahnsteig und warte auf meine U Bah, die Eine ist mir grad vor der Nase weggefahren…..mache das was ich immer tue in dem MOment, schaue mir die Plakatwände an, die oft Kopfschütteln erzeugen, da voll von gequirltem linken Polit und Wissenschaftsmist geprägt. Oder aber ich schaue an , was die Menschen so machen.

Heute beobachtete ich eine Frau mit schwarzem Kopftuch, die wie ich die Bahn verpasst hatte. Sie hatte eine Dose mit einem Getränk in der Hand und es kam ein alter Mann auf sie zu, der sie fragte ob er die Dose haben kann. Ich sah wie sie ihm die Dose gab und einiges an Geld dazu, was sie in der Tasche hatte.

Bin auf sie zugegangen und habe gesagt, dass ich es ganz toll finde wie sie dem alten Mann Unterstützung gegeben hat. Darsu wurde eine sehr schöne Begegnung und Gespräch über Werte, über alte Menschen schätzen, über Ungerechtigkeit auch den Menschen gegenüber, die schon länger bei uns leben und integriert sind, über Schule hier und in ihrem Heimatland, über das Leben hier und wie es zuhause war.

Sie erzählte von sich und ihren Grosseltern, ich erzählte von mir und meinen Grosseltern. Wir merkten, so verschieden ist das alles gar nicht…..Wertschätzung war der gemeinsame Nenner mit dem wir uns begegneten.

Ich fand sie sprach sehr gut deutsch, was sie verneinte. Sie sagte, sie würde gerne mehr Deutsch reden, aber da wo sie wohne würden hauptsächlich Marokkaner und Algerier wohnen, da würde dann in ihrer Sprache gesprochen. Sie würde sich gerne auch mal mit den anderen Nachbarn treffen um sich in Deutsch auszutauschen, aber da wäre die Scheu so gross, wäre keine Zugewandheit vorhanden.

Dann musste sie aussteigen und ich habe mich für das nette Gespräch bedankt. Wir gaben uns schon fast freundschaftlich die Hand und ich merkte, dass am liebsten wir uns umarmt hätten, so wie sie es mit ihren marokkanischen Frauen auch macht.

Sie war glücklich, ich war es auch.

Es hat meinen Tag zu einem runden Tag gemacht.

 

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Danke in den Sand geschrieben – Fundstück bei Pixabay